Interessantes zum Karneval

Fastnacht, Fasching, Karneval – Namen und ihre Herkunft

Die "fünfte Jahreszeit", wie die Karnevalszeit gerne genannt wird, beginnt offiziell mit dem 11. Tag des 11. Monats eines Jahres, also am 11. November. Höhepunkt des närrischen Treibens ist die Woche vor dem Beginn der kirchlichen Fastenzeit. Der Name Fastnacht bezeichnet ursprünglich nur den Dienstag vor Aschermittwoch. Im Zuge der Sprachentwicklung wurde er jedoch auf die ganze Festzeit übertragen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Festen trägt das Kalenderfest unmittelbar vor der Fastenzeit verschiedene Namen. Die üblichen Begriffe im Hochdeutschen sind Fastnacht, Fasching und Karneval. Darüber hinaus gibt es je nach regionalem Dialekt aber auch Ableitungen und Sonderformen wie zum Beispiel "Fasnacht", "Fassenacht" oder die alemannische "Fasnet".

Prinzenpaar, Karnevalsprinz, Karnevalsprinzessin, Dreigestirn

Ein wichtiges Kennzeichen der Fastnachtsbräuche und Karnevalsbräuche ist die Errichtung von Narrenreichen. Dies erfolgt meist durch symbolische Handlungen wie das Erstürmen des Rathauses, Übernahme der Schlüssel- und Regierungsgewalt sowie das Einsetzen eines Herrschers oder eines Herrscherpaares (Karnevalsprinz oder Prinzenpaar). Karnevalsprinz und Prinzenpaar sind relativ junge Erscheinungen. Der heutige Kölner "Prinz Karneval" geht zurück auf eine Personifizierung des Karnevals. Im Zuge der Fastnachtsreform trat er erstmals 1823 als "Held Karneval" auf. Schon damals glich sein Äußeres dem eines Herrschers. Er trug eine Krone mit Pfauenschweif, eine goldene Kette, einen funkelnden Gürtel, ein weißes Untergewand und einen Purpurmantel. In der Rechten hielt er das Szepter und in der Linken eine Pritsche. Als "Prinz Karneval" wurde er erstmals 1872 proklamiert. Mainz hat seit 1838 einen solchen Karnevalsprinzen. Auch andere Städte und Gemeinden im Rheinland schlossen sich dem Kölner Vorbild an. Vielerorts tritt jedoch der Karnevalsprinz nicht alleine auf, sondern bildet zusammen mit einer Karnevalsprinzessin das Prinzenpaar, das Herrscherpaar über das Narrenreich.

Wie die Karnevalssession berechnet wird

Die Karnevalszeit hat traditionell feste Bezugspunkte. Die Eröffnung der Session zum närrischen Termin am 11.11. um 11.11 Uhr ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Der Tag gibt einen ersten Ausblick: Dreigestirn oder Prinzenpaar sowie das Motto werden vorgestellt. Das Brauchtum des Karnevals hat sehr oft einen christlichen Bezug. Der eigentliche Karneval im Rheinland, und zwar zuerst der Sitzungskarneval, beginnen mit dem Dreikönigstag, dem 6. Januar. Fastnacht, Fasching oder Karneval sind seit dem 12. Jahrhundert auf die Zeit zwischen Dreikönig und Aschermittwoch eingegrenzt. Warum? Weil die närrische Zeit in der Fastnacht - also in der Nacht vor dem Fastenbeginn - am Aschermittwoch endet. Der Termin des Aschermittwochs ist kein fester Tag. Er errechnet sich von Ostern her. Seitens der Kirche ist die Länge der Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte festgelegt. Seitdem die Sonntage in der Fastenzeit vom Fasten ausgenommen wurden, rückte der Beginn der Fastenzeit um sechs Wochentage vor. Die Fastnacht endet seitdem am Dienstag nach dem 7. Sonntag vor Ostern dem Veilchendienstag und die Fastenzeit beginnt mit dem folgenden Mittwoch, dem Aschermittwoch.

Karnevaltermine 


                  Schwerdonnerstag       Rosenmontag       Aschermittwoch
2009             19. Februar                  23. Februar              25. Februar
2010              11. Februar                  15. Februar               17. Februar
2011               03. März                    07. März                  09. März
2012              16. Februar                 20. Februar              22. Februar 
2013              07. Februar                 11. Februar               13. Februar

2014              29. Februar                03. März                   05. März
2015              12. Februar                 16. Februar               18. Februar
2016              04. Februar                08. Februar               10. Februar
2017              26. Januar                 30. Januar                 01. Februar

Karnevalsorden

Traditionell tragen die meisten Karnevalsgesellschaften uniformartige Kleidung. Dies erinnert oft an die französischen Besatzungstruppen im Rheinland bzw. an das Militär. Den Karnevalsprinzen als närrischen Regenten wurde meist eine uniformierte Garde zur Seite gestellt. Die Dekoration mit einer Unzahl an Karnevalsorden sollte ursprünglich die Geltungssucht mancher Persönlichkeit des öffentlichen Lebens persiflieren. Im Laufe der Zeit wandelte sich jedoch die Bedeutung der Karnevalsorden vom Juxartikel zum Erinnerungs-, Dankes- und Ehrenzeichen.

Warum ist die „11“ eine Jeckenzahl?


Die Zahl 11 hat ihren Ursprung in der christlichen Lehre der katholischen Kirche: 11 wird als Sinnbild der Sünde verstanden, denn sie überschreitet die Zehnerzahl und somit die 10 Gebote Gottes. Nach dem Matthäus-Evangelium wurden "um die elfte Stunde die Müßiggänger in den Weinberg geschickt". Die 11. Stunde wird als die letzte Stunde vor der Umkehr am Aschermittwoch und dem Weltgericht gedeutet. Darstellungen auf Gemälden alter Meister zeigen die Narren oft in Verbindung mit der Zahl 11. Die Karnevalsgesellschaften haben diese alten Überlieferungen aufgegriffen und die Zahl 11 als die Glückszahl der Jecken festgelegt. So gibt es bei Karnevalssitzungen den Elferrat. In unserer Zeit ist eine der wesentlichen Aufgaben des Elferrates die Organisation der Karnevalsaktivitäten der Gesellschaft. Er berät und unterstützt die für Veranstaltungen verantwortlichen Organe der Karnevalsgesellschaft und beschliesst die zur Realisierung gelangenden Aktivitäten.

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